Faszinierende Farbe Weiß

Weiß ist die wohl variantenreichste und subtilste Farbe des Spektrums. Sie wird einerseits mit Ruhe und Frieden, Eleganz und Noblesse, andererseits mit Frische, Helligkeit und Innovation verknüpft. So entgegengesetzt diese Beschreibungen auch sind, so wahr sind sie. Die Farbe Weiß kann Räume hell, frisch und reinlich wirken lassen, sie kann verborgene Bereiche sichtbar machen, dunkle Ecken aufwerten und düsteres Licht erhellen.

Weiß kann kühl oder warm sein

Es empfiehlt sich, schon vorab zu planen und zu entscheiden, was zu ihrem Stil passt. Dabei sind kühle Weißtöne schwieriger handzuhaben als warme. Sie wirken edel, erfordern aber dennoch Fingerspitzengefühl. In diesem Fall darf man aber die kühlen Weißtöne nicht mit den überall erhältlichen brillant weißen Wandfarben verwechseln, denen durch den Zusatz von optischen Aufhellern jeglicher Charakter fehlt. Kühle Weißtöne erstehen dann, wenn man weißen Pigmenten einen Hauch schwarz oder blau zumischt. Sie ähneln den Farben von Perlen und Alabaster. In Frankreich sind diese kühlen Töne sehr beliebt, vor allem wenn sie einen leichten Graustich haben.

Sind die Weißtöne warm, wirken sie behaglich. Schon die Namen Buttermilch oder Creme besitzen etwas Sinnliches. Ihre sanfte, beruhigende Ausstrahlung rührt daher, dass dem reinen Weiß Natur, oder andere Erdpigmente beigemischt werden. Erdige Wärme besitzt eine wohltuende Wirkung. Der wohl schönste Weißton, der warm aber nicht hitzig ist, entsteht durch einen Hauch Gelb. Diesen Farbton verwenden Innenarchitekten sehr gerne für Räume jeglicher Art und Stilrichtung.

Jeder Raum in Weiß benötigt Farbakzente

Diesbezüglich sollte man den Begriff Akzent wörtlich nehmen. Hierbei geht es nicht um riesige Flächen, sondern um kleine Farbtupfer, deren Aufgabe es ist, die Hauptfarbe zu unterstützen, zu betonen und interessanter wirken zu lassen. Hierbei ist es Geschmackssache, ob man zu diesem Zweck auf Kontraste setzt oder abgestimmte Farben auswählt.
Wer sich für den Kontrast entscheidet, sollte mit den Akzenten möglichst sparsam umgehen. Am besten ist die Wirkung, wenn die Farbe nur hier und da hervorblitzt, flüchtig wie der Flug eines Eisvogels, vielleicht als Bezug eines Kissen oder Keramikglasur in strahlenden Farben.

Möchte man dagegen den Raum Ton in Ton gestalten, könnte mit gebrochenen, gelbstichigen Weißtönen begonnen werden. Solche sanften Nuancen bringen warme, sanfte Farbtöne ganz groß heraus, die dann ihrerseits das Weiß reflektieren und erweitern. In diesem Fall ist Fingerspitzengefühl gefragt. Es ist immer einfacher, Neues hinzuzufügen als Altes zu entfernen. Vorteilhaft ist es, mit einem Hauch Farbe zu beginnen, das Ergebnis zu begutachten und dann, wenn nötig mehr hinzuzufügen – in Bezug auf Anteil und Farbtiefe – bis das Ergebnis ausgewogen ist.